Die österreichische Ski-alpin-Hoffnung Maja Waroschitz hat sich beim Sommertraining des ÖSV-Teams im chilenischen El Colorado erneut schwer am linken Knie verletzt. Wie der Österreichische Skiverband am Mittwoch mitteilte, zog sich die 20-jährige Tirolerin bei einem Sturz im Riesentorlauf-Training das vordere Kreuzband sowie den Innenmeniskus. Die gesamte bevorstehende Weltcup-Saison ist damit für sie bereits vor dem Start beendet.
Wie es zu dem Sturz kam
Die 20-jährige Tirolerin stürzte nach Angaben ihres Verbands auf „unspektakuläre“ Weise beim Riesenslalom-Training im chilenischen El Colorado. Nach der Rückkehr nach Österreich bestätigten Untersuchungen das Ausmaß der Blessur. Untersuchungen bestätigten den Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenmeniskus.
Diagnose und Operation
Waroschitz wurde bereits erfolgreich in der Klinik Hochrum bei Innsbruck operiert. Für genauere Abklärungen war sie zuvor umgehend in die Heimat gereist, wo sich der erste Verdacht auf eine schwere Knieverletzung bestätigte. Der Eingriff soll positiv verlaufen sein, nun steht der jungen Athletin eine längere Rehabilitationsphase bevor.
Bereits die zweite schwere Verletzung am selben Knie
Für Waroschitz ist es der zweite Rückschlag dieser Art binnen weniger Monate. Erst im Dezember 2025 hatte Waroschitz beim Europacup-Riesenslalom in Zinal einen Kreuzbandriss im selben Knie erlitten. Damals war sie bei einem Sturz in der Schweiz zu Fall gekommen und hatte sich neben dem Kreuzband auch das Innenband und den Außenmeniskus verletzt.
Die Tirolerin hatte sich nach jener ersten Verletzung monatelang zurückgekämpft und war laut Berichten bereits bereit für ein Comeback gewesen. Nun beginnt für sie erneut ein langer Weg zurück auf die Ski, noch bevor die Saison überhaupt begonnen hat.
Wer Maja Waroschitz ist
Waroschitz gilt im ÖSV seit Jahren als eines der größten Talente im Technikbereich. Waroschitz war 2024 im südkoreanischen Gangwon dreifache Jugendolympiasiegerin (Slalom, Kombination, Mannschaft) und feierte im März desselben Jahres ihr Weltcup-Debüt. Bei den Jugendolympischen Spielen gewann sie unter anderem Gold im Slalom, wo sie im Finale von Jeongseon die Konkurrenz aus Deutschland und Italien hinter sich ließ. Im Weltcup durfte die Technikspezialistin bereits sechs Mal starten, blieb jedoch ohne Punkte.
Was das für den ÖSV bedeutet
Der Ausfall trifft den Österreichischen Skiverband zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Beim Weltcup-Auftakt in Sölden hatte Waroschitz im Vorjahr auf dem Rettenbachferner ihr Debüt im Riesentorlauf gefeiert, nun wird sie ausgerechnet beim Heimauftakt in diesem Jahr verletzungsbedingt fehlen. Für die Damen-Technikmannschaft ist es ein weiterer Nadelstich in der Saisonvorbereitung, nachdem bereits andere Nachwuchsathletinnen mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatten.
Die kommenden Wochen werden für Waroschitz von Physiotherapie und schrittweisem Belastungsaufbau geprägt sein. Ein konkretes Rückkehrdatum wurde vom Verband bislang nicht genannt, üblich sind bei derartigen Verletzungen jedoch Ausfallzeiten von mehreren Monaten. Der ÖSV wird in der laufenden Saison somit vorerst auf eine seiner größten Nachwuchshoffnungen im Riesentorlauf und Slalom verzichten müssen.
