Beim WTA-1000-Turnier in Peking ist die Auftaktrunde für Lilli Tagger am Mittwoch bereits nach gut anderthalb Stunden beendet gewesen. Die 18-jährige Osttirolerin unterlag der Rumänin Elena-Gabriela Ruse mit 4:6 und 2:6. Deutlich erfolgreicher lief es zeitgleich für Sinja Kraus, die sich gegen die Australierin Maya Joint durchsetzte und damit als einzige Österreicherin in Runde zwei steht.
Tagger findet gegen Ruse keine Lösung
Die 18-jährige Österreicherin verlor am Mittwoch ihre Erstrundenpartie in der chinesischen Hauptstadt mit 4:6, 2:6 gegen die Rumänin Elena Gabriela Ruse (WTA-62.). Im ersten Satz gab Tagger ihren eigenen Aufschlag drei Mal ab, im zweiten Satz dann zwei Mal, zu viel um ihre 28-jährige Gegnerin zu gefährden, ehe das Spiel nach 1:25 Stunden entschieden war.
Besonders bitter: Nach einem ausgeglichenen Beginn kippte die Partie erst spät im ersten Durchgang. Zu Beginn konnte Tagger die Partie noch offen gestalten, ehe Ruse in der entscheidenden Phase das Break gelang und die Rumänin ihren Vorteil nutzte, um sich den ersten Durchgang mit 6:4 zu sichern. Im zweiten Satz geriet Tagger dann früh unter Druck, musste schnell ihr Service abgeben und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen, ehe ein weiteres Break von Ruse für die Vorentscheidung sorgte.
Für Tagger, die in der Weltrangliste auf Platz 61 liegt, war es der erste Auftritt seit ihrem Zweitrunden-Aus bei den US Open. Damit verpasste die Tirolerin auch ein mögliches Duell mit der Wimbledon-Siegerin Linda Noskova, die in Runde zwei gewartet hätte, sollte sie sich gegen Ruse durchsetzen.
Kraus dreht enges Duell gegen Joint
Deutlich besser lief der Tag für Sinja Kraus. Die Wienerin bezwang die Australierin Maya Joint mit 6:3, 3:6, 7:5 und zog damit als einzige Österreicherin ins Achtelfinale ein. Der Erfolg war kein Selbstläufer: Kraus servierte im zweiten Satz beim Stand von 5:4 schon auf den Matchgewinn, musste dann aber noch eine kurze Ehrenrunde drehen.
Im dritten Satz behielt die Wienerin schließlich die Nerven und machte den Sieg perfekt. Für Kraus, die zuletzt mit einem Halbfinal-Lauf beim WTA-125-Turnier in Porto überzeugt hatte, ist es ein wichtiges Ergebnis auf höchster Turnierebene.
Nächste Gegnerin: Neo-Österreicherin Potapova
Kraus zog mit ihrem Sieg in die zweite Runde ein, wo sie nun auf Anastasia Potapova trifft. Die gebürtige Russin ist seit Anfang des Jahres für Österreich spielberechtigt und sorgt damit für ein rein rot-weiß-rotes Duell in der zweiten Runde. Österreichs Nummer eins hatte als Nummer 16 gesetzt ein Freilos in der ersten Runde erhalten.
Ein stark besetztes Turnier
Beim 1000er in Peking ist mit Ausnahme von Jessica Pegula die gesamte Weltspitze am Start, angeführt wird die Setzliste von Elena Rybakina, die erstmals als Nummer eins der Welt in ein Turnier geht. Für Tagger und Ruse war es angesichts der knapp benachbarten Weltranglistenplätze ein Duell auf Augenhöhe gewesen, ehe sich am Ende die routiniertere Rumänin durchsetzte.
Für die Rumänin war es zudem der jüngste Erfolg einer starken Serie: Sie hatte zuletzt bereits gegen namhafte Gegnerinnen wie Peyton Stearns oder auf Rasen gegen Linda Noskova reüssiert und bestätigte mit dem Sieg über Tagger ihre gute Form auf Hartplatz.
Wie geht es für Tagger weiter?
Für Tagger, die erst kürzlich aus den Top 50 der Weltrangliste gerutscht war, bedeutet das frühe Aus in Peking einen weiteren Rückschlag in einer schwierigen Phase. Die Österreicherin hatte damit vier ihrer letzten fünf Matches verloren, mit einem einzigen Sieg in dieser Phase gegen Tamara Korpatsch. Die junge Lienzerin, die im Sommer mit dem Turniersieg in Prag ihren bislang größten Karriereerfolg gefeiert hatte, muss nun in den kommenden Wochen neue Punkte sammeln, um sich wieder in Richtung Top 50 vorzuarbeiten.
Kraus hingegen kann mit breiter Brust in das Duell mit Potapova gehen und hat die Chance, sich beim prestigeträchtigen 1000er-Turnier in Peking bis in die dritte Runde vorzuspielen.
