Österreichs Fußball-Nationalteam trifft am Sonntag, dem 27. September 2026, im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien auf Kosovo. Die Partie im Rahmen des zweiten Spieltags der UEFA Nations League, Liga B, Gruppe B3, beginnt um 18 Uhr und gilt als vorgezogenes Spitzenspiel um die Tabellenführung.
Historisches Erstduell zweier Auftaktsieger
Für den ÖFB ist es eine echte Premiere: Österreich und Kosovo sind sich zuvor noch nie in einem Pflicht- oder Freundschaftsspiel begegnet. Beide Teams reisen zudem mit Rückenwind an: Österreich hatte zum Auftakt am Donnerstag in Linz Israel mit 3:1 bezwungen, Kosovo setzte sich im eigenen Land gegen Irland mit 1:0 durch, wobei Vedat Muriqi in der 83. Minute den entscheidenden Treffer erzielte.
Damit stehen sich in Wien zwei Mannschaften mit vollem Punktekonto gegenüber, was der Partie zusätzliche Brisanz verleiht. Wer sich durchsetzt, verschafft sich eine deutlich komfortablere Ausgangslage im Kampf um den Gruppensieg und den damit verbundenen Aufstieg in die Liga A.
Rangnick gegen Foda: ein besonderes Wiedersehen
Sportlich brisant wird die Begegnung auch durch die Trainerbank: Es ist das erste offizielle Duell zwischen ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick und seinem direkten Vorgänger Franco Foda, der den Kosovo seit Anfang 2024 betreut und mit dem Balkan-Land zuletzt für Aufsehen sorgte. Der deutsche Trainer hatte mit seiner Mannschaft die WM-Endrunde in Nordamerika erst im Play-off-Finale gegen die Türkei knapp verpasst.
Rangnick selbst wollte die persönliche Dimension der Partie vor dem Anpfiff nicht überbewerten und bezeichnete das Spiel öffentlich als eines wie jedes andere. Inhaltlich rechnete er allerdings mit einem noch anspruchsvolleren Gegner als zuletzt Israel, dessen Widerstand die Österreicher erst in der Schlussphase in Überzahl mit einem Doppelschlag gebrochen hatten.
Sechs Änderungen und zwei Debütanten in der Startelf
Im Vergleich zum Auftaktsieg gegen Israel veränderte Rangnick seine Startformation gleich an sechs Positionen. Die größte Überraschung betrifft das Tor: Der erst 19-jährige Christian Zawieschitzky von Red Bull Salzburg gibt dort sein Debüt und verdrängte damit LASK-Schlussmann Lukas Jungwirth aus dem Kader. Ebenfalls zum ersten Mal für die A-Nationalmannschaft läuft mit Nikolas Veratschnig ein weiterer Salzburger auf, der auf der rechten Abwehrseite für Stefan Posch beginnt.
Weitere Neuzugänge in der Startelf im Vergleich zu Linz sind David Affengruber, Maximilian Wöber, Paul Wanner und Stürmer Junior Adamu, der den Vorzug vor Sasa Kalajdzic erhielt. Kapitän Xaver Schlager führt die Mannschaft im Mittelfeld an. Nicht im Kader steht der zuletzt am Sprunggelenk verletzte Michael Gregoritsch. Auf der Gegenseite setzt Foda unter anderem auf Torhüter Arijanet Muric und Angreifer Vedat Muriqi als Anspielstation vorne.
Was auf dem Spiel steht
In der Gruppe B3 winkt dem Sieger der direkte Aufstieg in die Liga A der Nations League, während selbst der Gruppensieg ohne direkten Aufstieg über ein Play-off noch ein zusätzliches Ticket für die EM 2028 bereithalten kann. Nach dem Heimspiel gegen Kosovo geht es für Österreich ohne Verschnaufpause weiter: Bereits am 1. Oktober steht das Auswärtsspiel in Irland an, wenige Tage später folgt die Rückreise nach Kosovo.
Ähnlich wie zuletzt beim torreichen Duell zwischen Spanien und England in der Nations League dürfte auch in Wien ein enges, umkämpftes Spiel zu erwarten sein, in dem beide Mannschaften auf die drei Punkte drängen. Zawieschitzky wechselt übrigens direkt nach der Partie weiter zur österreichischen U21, wo er bei wichtigen Spielen gegen Dänemark und Wales aushelfen soll.
