Red Bull Racing hat beim Grand Prix von Aserbaidschan am Baku City Circuit ein Doppelpodium gefeiert: Max Verstappen wurde Zweiter, Isack Hadjar komplettierte als Dritter das starke Team-Ergebnis. Sieger des Rennens war George Russell im Mercedes. Im Mittelpunkt der Nachbetrachtung steht Teamchef Laurent Mekies, der erklärte, warum sein Team bewusst auf eine Stallorder zwischen den beiden Red-Bull-Piloten verzichtete.
Doppelpodium in Baku: Verstappen und Hadjar überzeugen
Die Ausgangslage vor dem Rennen war für Verstappen alles andere als ideal. Ein Problem mit seinem Verbrennungsmotor hatte ihn im Qualifying ausgebremst, wodurch der Weltmeister das Rennen lediglich von Rang acht aufnehmen musste. Am Ende reichte es dennoch zu Platz zwei, nur 0,196 Sekunden hinter Russell.
Hadjar wiederum sicherte sich mit Platz drei sein drittes Formel-1-Podium, nachdem er zuvor 2025 in Zandvoort für Racing Bulls und 2026 in Monaco schon einmal auf dem Treppchen gestanden hatte. Für Red Bull war es das erste Doppelpodium seit geraumer Zeit.
Warum Mekies keine Stallorder gab
Während des Rennens rückte Hadjar auf identischen bzw. besseren Reifen immer näher an Verstappen heran, der mit den Medium-Reifen zu kämpfen hatte. Statt einzugreifen und die Positionen zu tauschen, entschied sich Mekies für eine andere Taktik. Statt Hadjar gegen Piastri angreifen zu lassen, entschied sich Red Bull, die Fahrer auf ihren Positionen zu halten, in der Hoffnung auf ein Safety Car, das schließlich nach 30 Runden kam, als Alex Albon mit seinem Williams zwischen den Kurven 5 und 6 in die Mauer krachte.
Gegenüber Sky Sports F1 begründete Mekies die Entscheidung so: „Wir haben uns all diese Szenarien ehrlich angeschaut und uns entschieden, die Autos in dieser Position zu halten. Wir dachten, das sei die beste Chance, an Piastri und Russell vorbeizukommen. Es ist hier sehr schwierig, nicht auf ein Safety Car zu setzen. Wir haben alle auf das Safety Car gewartet.“ Die Rechnung ging letztlich auf, auch wenn es am Ende nicht zum Sieg reichte.
Hadjars starkes Comeback nach Verletzungspause
Besonderes Lob erntete Hadjar für seine Reife während des Rennens. Der Franzose kehrte nach einer Verletzung erst in Baku zurück und musste zunächst Verstappen vorbeilassen, ohne dabei Widerstand zu leisten. Mekies sagte dazu: „Ich finde, es war herausragend, was Isack an diesem Wochenende gezeigt hat. Wirklich herausragend.“
Auch die Art, wie Hadjar auf Verstappen reagierte, beeindruckte den Teamchef. Mekies zeigte sich besonders beeindruckt von Hadjars Gelassenheit während des Samstagrennens in Baku, nachdem dieser über Funk betont hatte, nicht gegen Verstappen kämpfen und damit beide Rennen gefährden zu wollen. Zusätzlich zur starken Leistung gab es für den Franzosen positive Nachrichten für die Zukunft: Nach seiner Rückkehr von einer Handgelenksverletzung aus der Sommerpause zeigte er sofort, warum sich das Team entschieden hat, ihn auch für die Saison 2027 zu halten.
Unsicherheit um mögliche Motorenstrafe für Verstappen
Neben dem sportlichen Erfolg wirft der Grand Prix von Baku auch einen Schatten auf die kommenden Rennen. Verstappen selbst rechnet fest mit einer Konsequenz für den Motorentausch vor dem Rennen. Der viermalige Formel-1-Champion sagte in Baku: „Ich weiß, dass eine Startplatzstrafe auf mich zukommt, nur wann ist noch unklar.“
Mekies selbst gibt sich in dieser Frage zurückhaltender. Der Teamchef erklärte: „Es ist noch nicht klar, wie wir vorgehen werden. Es wird stark vom Ergebnis unserer Analyse der Probleme abhängen, die wir mit Max' Motor im Qualifying in Baku hatten – dem Motor, den wir für das Rennen gegen eine andere Einheit aus unserem Pool tauschen mussten – und davon, ob wir diesen Verbrennungsmotor wieder verwenden können. Auf dieser Basis werden wir sehen, ob wir mit seiner vierten Antriebseinheit bis zum Saisonende kommen.“
Die Situation bleibt also offen, bis die technische Analyse des ausgebauten Bauteils abgeschlossen ist. Sollte die Einheit nicht mehr verwendbar sein, würde Verstappen im weiteren Saisonverlauf eine Startplatzstrafe drohen.
Wie geht es weiter?
Für Red Bull und Hadjar geht die intensive Schlussphase der Saison nun mit dichtem Terminkalender weiter. Hadjar selbst blickt der Fortsetzung mit Vorfreude entgegen: „Ich freue mich wirklich darauf, wieder zu fahren. Es wird ein sehr vollgepackter Terminplan. Ich kann es kaum erwarten, in Sepang zu sein.“
Für Verstappen und Red Bull bleibt die Frage nach einer möglichen Motorenstrafe damit einer der wichtigsten Nebenschauplätze der kommenden Rennwochen, während sich das Team im Titelkampf weiterhin in Lauerstellung befindet.
