Max Verstappen hat am Sonntag den offiziell als «Grand Prix Bahrain in Malaysia» geführten Grand Prix auf dem Sepang International Circuit gewonnen und damit seinen ersten Saisonsieg 2026 gefeiert. Nach 301 sieglosen Tagen beendete der Niederländer seine Durststrecke in einem chaotischen Regenrennen und bescherte Red Bull zugleich den ersten Erfolg mit einem selbst gebauten Motor. Vor ihm lagen am Ende Kimi Antonelli und Lewis Hamilton auf den Plätzen zwei und drei.
Der Sieg kam nicht geschenkt: Verstappen musste sich durch ein völlig verrücktes Wochenende kämpfen, das wegen starken Regens mit rund 93 Minuten Verspätung begann.
Wie Verstappen sich den Sieg erkämpfte
Nasser Start, verlorene Führung
Als Pole-Setter startete Verstappen in die Fahrt, verlor aber auf der nassen Strecke sofort zwei Positionen an die Mercedes-Piloten Kimi Antonelli und George Russell, die beide mit Intermediate-Reifen in Führung schossen. Ferrari mit Hamilton und Charles Leclerc verzockte sich bei der Reifenwahl auf der teils noch nassen Strecke.
Ruhe trotz doppeltem Safety Car
Sobald die Strecke abtrocknete, zeigte sich, dass Verstappen über die beste Pace im Feld verfügte. Einmal zurück an der Spitze zog er davon und ließ sich auch von einer zweiten Safety-Car-Phase kurz vor Rennende, in der Russell wegen eines technischen Defekts ausschied, nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Historische Bestmarken für den Red-Bull-Star
Mit seinem 72. Grand-Prix-Sieg für Red Bull zieht Verstappen mit einer Bestmarke von Michael Schumacher gleich: Der Rekordweltmeister kam während seiner Ferrari-Ära ebenfalls auf 72 Siege. Der viermalige Weltmeister zeigte sich nach dem Rennen sichtlich stolz über diese Parallele zu seinem Idol.
Darüber hinaus hat Verstappen seit seinem Wechsel zu Red Bull 2016 nun in elf Jahren in Folge mindestens einen Grand Prix gewonnen und liegt damit in der ewigen Bestenliste allein auf Rang drei, vor Alain Prost (zehn Jahre) und hinter Lewis Hamilton sowie Michael Schumacher, die diese Serie jeweils 15 Jahre am Stück hielten. Da Verstappen seinen Red-Bull-Vertrag kürzlich bis Ende 2030 verlängert hat, besteht theoretisch die Chance, auch diesen Rekord noch einzustellen.
Kein echter Punktabzug – nur eine Fahrernote
Mehrere Schlagzeilen sprachen von einem «Punktabzug» für den Sieger – gemeint ist damit allerdings keine sportliche Strafe, sondern eine redaktionelle Fahrerbewertung: Verstappen erhielt in den Fahrernoten eines Fachmediums nicht die Bestnote, weil er beim Start zwei Positionen an die Mercedes-Duos verlor, bevor er sich die Führung zurückholte. An seinem offiziellen Sieg und den vollen WM-Punkten ändert das nichts.
Was als Nächstes kommt
Der WM-Stand nach Sepang
In der Fahrerwertung baut Kimi Antonelli seinen Vorsprung nach dem Ausfall von Teamkollege Russell weiter aus und führt nun mit 84 Punkten vor dem Briten. Dahinter folgen die beiden Ferrari-Piloten, während Lando Norris auf Rang fünf zurückfällt. Rein rechnerisch sind laut Experten auch Leclerc, Norris und Verstappen noch im Titelrennen, ein Erfolg Antonellis in den kommenden Rennen könnte die Meisterschaft aber bereits deutlich vorentscheiden.
Nächste Station: Singapur
Schon am kommenden Wochenende, von 9. bis 11. Oktober, steht mit dem Großen Preis von Singapur auf dem Marina Bay Street Circuit das nächste Sprint-Wochenende der Saison an. In Österreich sind Training, Qualifying und Rennen live auf ORF1 sowie bei Sky Sport F1 zu sehen, das Rennen selbst startet am Sonntag um 14 Uhr MESZ. Für Verstappen und das Team rund um die aktuelle Formel 1 stellt sich damit sofort die Frage, ob der Schwung aus Sepang mitgenommen werden kann – nachdem Red Bull zuletzt auch mit strategischen Entscheidungen wie jener in Baku für Gesprächsstoff sorgte, wie der Rückblick auf Red Bulls Strategie in Baku zeigt.
Für Red Bull ist der Sieg in Sepang mehr als nur drei Punkte: Nach einer laut Fachmedien «dispiriting» Saison mit mehreren Ausfällen und der letzten Podestplatzierung erst im April liefert der Erfolg ein wichtiges Signal für die restlichen Rennen des Jahres.
