Die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin Joana Hählen hat am vergangenen Wochenende ihren langjährigen Partner Lorenz geheiratet. Die Zeremonie fand unter freiem Himmel in der Lenk im Berner Oberland statt, nur wenige Monate nachdem die 34-Jährige ihre aktive Karriere im alpinen Ski-Weltcup beendet hatte.

Die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin Joana Hählen (34) hat ihren langjährigen Partner Lorenz in der Lenk geheiratet, die Feier fand unter freiem Himmel vor einer Bergkulisse im Berner Oberland statt. Während der Bräutigam einen dreiteiligen beigen Anzug trug, glänzte die Braut in einem bodenlangen weissen Carmen-Kleid.

Vom Weltcup-Zirkus ins private Glück

Die beiden sind seit fast zehn Jahren ein Paar und haben sich letztes Jahr im August verlobt. Nach einem Morgen auf den Ski in Zermatt verbrachte Hählen den restlichen Tag mit ihrem Liebsten am Thunersee, wo er ihr den Antrag machte.

Eindrücke von der Feier teilte Joana Hählen auf Instagram, darunter den Moment, als sie ihrem Mann unter einem Blumenbogen das Ehegelübde vorlas, sowie einen Ausschnitt aus dem Hochzeitstanz. Für viele Fans, die über die vergangene Wintersaison hinweg mit ihr mitgefiebert hatten, war es ein bewegender Abschluss eines turbulenten Jahres.

Wer ist Joana Hählen?

Eine Karriere zwischen Podesten und Rückschlägen

Die Speed-Spezialistin absolvierte insgesamt 166 Weltcup-Rennen, ihr Debüt auf höchster Stufe gab sie im November 2013 in Beaver Creek, und in ihrer Laufbahn erreichte sie fünf Weltcup-Podestplätze sowie 27 Top-10-Resultate in Abfahrt und Super-G. Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war der Gewinn eines olympischen Diploms bei den Winterspielen 2022 in Peking mit Rang sechs in der Abfahrt.

Geprägt war ihr Weg jedoch auch von schweren Rückschlägen. Vier Kreuzbandrisse in den Jahren 2011, 2014, 2018 und 2024 überschatteten ihre Karriere. Wer sich für die Geschichten von Athletinnen und Athleten interessiert, die trotz schwerer Verletzungen zurückkamen, findet auch im Fall von Maja Waroschitz ein aktuelles Beispiel aus dem österreichischen Wintersport.

Der Rücktritt als Wendepunkt

Die Skifahrerin aus der Lenk beendete ihre Karriere nach den letzten Weltcuprennen des Winters 2025/26. Zur Begründung sagte sie in der Rücktrittsmitteilung von Swiss-Ski: «Mein Rücktritt war kein spontaner Entschluss, sondern das Ende eines langen Prozesses».

«Nach meiner Verletzung vor zwei Jahren habe ich alles gegeben, mental und körperlich, um noch einmal ans Limit zu kommen. Doch Kopf und Körper wollten das Risiko nicht mehr tragen», erklärte sie weiter. Den endgültigen Entscheid fasste sie demnach im Zielraum von Soldeu, wo sie wusste, dass es Zeit war aufzuhören.

Die Hochzeit in der Lenk

Prominente Gäste aus dem Ski-Zirkus

Die Hochzeit war auch ein kleines Wiedersehen der internationalen Speed-Szene. Neben Delia Durrer, Jasmina Suter und Michelle Gisin, die noch aktiv sind, waren auch die bereits zurückgetretenen Ragnhild Mowinckel und Tina Weirather eingeladen.

Für Hählen war es damit ein doppelter Abschied und Neuanfang innerhalb weniger Monate: erst das Ende der sportlichen Laufbahn, dann der Start in ein neues privates Kapitel. Wer regelmäßig verfolgt, wie Spitzensportlerinnen und -sportler private Meilensteine feiern, kennt ein ähnliches Muster zuletzt auch bei Stefan Rettenegger, der kurz nach einem sportlichen Erfolg seine Verlobung bekanntgab.

Was von der Karriere bleibt

Auch wenn ein Weltcupsieg Hählen in 13 Jahren verwehrt blieb, hinterlässt sie im Schweizer Speed-Team eine Lücke. Die kommende Saison im Ski-Weltcup wird erstmals seit über einem Jahrzehnt ohne sie starten, während die nächste Generation der Abfahrerinnen und Super-G-Läuferinnen um die vorderen Plätze kämpft.

Für Hählen selbst dürfte nach den intensiven Jahren im Rennzirkus nun vor allem die Zeit mit ihrem Mann Lorenz im Vordergrund stehen. Konkrete berufliche Pläne für die Zeit nach dem Spitzensport hat sie öffentlich noch nicht genannt, klar ist aber: Nach Rücktritt und Hochzeit beginnt für die Bernerin ein völlig neuer Lebensabschnitt, fernab von Startnummern und Zieldurchgängen.