Horrorsturz in Chile: Kilde reißt sich die Achillessehne
Der norwegische Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde hat sich bei einem Sturz im Abfahrtstraining im chilenischen Skigebiet La Parva eine schwere Verletzung zugezogen. Der 34-Jährige zog sich am Mittwoch während des Abfahrtstrainings im Trainingscamp in Chile einen Achillessehnenriss zu. Das teilte das norwegische Skiteam am Donnerstag in einer Aussendung mit.
Der Lebensgefährte von Mikaela Shiffrin reist nun zur medizinischen Versorgung nach Österreich zurück, wo er sich mit seinem vertrauten medizinischen Team beraten, weitere Untersuchungen durchführen lassen und mögliche Behandlungsschritte festlegen möchte. Für den Routinier, der in Innsbruck seinen Lebensmittelpunkt hat, bedeutet es bereits den nächsten schweren Dämpfer in einer ohnehin leidvollen Karriere.
Eine Leidensgeschichte, die kaum zur Ruhe kommt
Die neuerliche Horrordiagnose reiht sich in eine lange Verletzungsakte ein. Im Januar 2024 stürzte der norwegische Superstar in Wengen schwer, zog sich dabei eine Schulterluxation mit Bänderrissen und eine tiefe Schnittwunde an der Wade mit Nervenbeteiligung zu. Erst Ende 2025 kehrte Kilde - nach zahlreichen Operationen - in den Weltcup-Zirkus zurück.
Rückschlag schon vor den Winterspielen
Richtig in Fahrt kam das Comeback nie. In neun Rennen schaffte es Kilde dreimal in die Punkte, sein bestes Ergebnis war Rang elf in der Abfahrt von Beaver Creek. Dann machte ihm der Rücken erneut einen Strich durch die Rechnung: Noch vor den Olympischen Spielen in Norditalien musste er die Saison wegen anhaltender Beschwerden vorzeitig beenden. Trotz Olympia-Qualifikation verzichtete er damit auf einen Start bei den Winterspielen.
Wie lange fällt Kilde aus?
Eine genaue Prognose gibt es bislang nicht. Die genaue Ausfallzeit nach der neuerlichen Verletzung in Chile gaben weder die FIS noch der norwegische Skiverband bekannt. Allerdings dürfte bei einem Achillessehnenriss der kommende Winter gelaufen sein. Die Weltcup-Saison hätte für Kilde vermutlich erst Ende November beim Super-G von Copper Mountain oder Anfang Dezember mit der Abfahrt in Beaver Creek begonnen.
Trainingslager mit ÖSV-Beteiligung
Besonders bitter aus österreichischer Sicht: Das norwegische Speedteam trainierte zusammen mit einigen ÖSV-Rennläufern bereits zum zweiten Mal in dieser Saison im chilenischen Skigebiet La Parva. Für den ÖSV war Kilde zuletzt ein vertrauter Trainingspartner in Südamerika, ehe das gemeinsame Lager mit der Horrordiagnose endete.
Kilde und Shiffrin: Ein Paar im Dauerstress der Reha
Kilde ist seit Jahren mit der US-amerikanischen Ausnahmeläuferin Mikaela Shiffrin liiert, das Paar ist seit April 2024 verlobt. Sportlich zählt der Norweger zu den prägendsten Speed-Fahrern seiner Generation: Der 34-Jährige gewann bisher 21 Weltcuprennen in Abfahrt und Super-G. Bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 gab es Silber (Kombination) und Bronze (Super-G) für Kilde. Hinzu kommt der Gesamtweltcup-Titel aus der Saison 2020/21.
Wie geht es im Ski-Weltcup weiter?
Der alpine Ski-Weltcup der Männer startet wie gewohnt mit dem Riesentorlauf. Ausgerechnet in der finalen Phase vor dem traditionellen Weltcup-Auftakt auf dem Rettenbachferner im österreichischen Sölden (24. und 25. Oktober) ereilte den 34-Jährigen die nächste Hiobsbotschaft. Für die Speed-Disziplinen, in denen Kilde zuhause ist, beginnt der Kalender aber erst einige Wochen später in Nordamerika.
Der Fall reiht sich damit in eine turbulente Vorbereitungsphase des alpinen Skizirkus ein, in der zuletzt auch personelle Umbrüche wie der Rücktritt von FIS-Renndirektor Markus Waldner für Schlagzeilen sorgten. Für Kilde selbst zählt nun vor allem eines: eine erneute lange Reha, ehe über eine Rückkehr überhaupt nachgedacht werden kann.
