Der EC Red Bull Salzburg hat sich am Montag mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Alan Letang getrennt. Auslöser war die blamable 0:6-Heimniederlage gegen die Black Wings Linz, nach der die sportliche Leitung des Eishockey-Serienmeisters die Reißleine zog und gleich das gesamte Trainerteam freistellte.

Der EC Red Bull Salzburg stellte sein bisheriges Trainerteam mit Head Coach Alan Letang sowie seinen Assistenten Jason Morgan und Adam Maglio frei, nachdem die sportliche Leitung nach der jüngsten 0:6-Klatsche gegen die Black Wings Linz entschieden hatte. Die Eisbullen stehen damit vor einem kompletten Neustart mitten in der laufenden Saison der win2day ICE Hockey League.

Was bei den Eisbullen passiert ist

Der frühere Serienmeister der win2day ICE Hockey League liegt nach sechs Niederlagen in bisher elf Spielen nur auf dem zwölften Platz der Tabelle. Konkret stehen für Salzburg 13 Punkte aus 11 Spielen, bei vier Siegen, einer Overtime-Niederlage und sechs regulären Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 33:42 zu Buche – ein Fehlstart, der für einen Klub mit der Historie der Eisbullen völlig ungewohnt ist.

Managing Director Pro Helmut Schlögl begründete die Entscheidung mit klaren Worten. Die gezeigten Leistungen im bisherigen Saisonverlauf entsprechen nicht unserer Vorstellung. Deshalb haben wir uns entschieden, eine Veränderung vorzunehmen, erklärte er laut Vereinsmitteilung.

Letangs kurze Salzburg-Episode

Erst im Sommer dieses Jahres hatte Alan Letang das Salzburger Team als Head Coach übernommen. Für den Kanadier endet das Abenteuer damit bereits nach gerade einmal 150 Tagen, der 51-Jährige war erst seit knapp fünf Monaten im Amt und betreute die Mannschaft in elf Liga- sowie sechs Champions-Hockey-League-Spielen.

Eine lange Reise durch den nordamerikanischen Eishockey-Betrieb

Letang ist in der Eishockey-Szene kein Unbekannter. Als Spieler hatte es Letang bis in die NHL geschafft, in Deutschland absolvierte der damalige Verteidiger kurze DEL-Stationen bei den Kaufbeurer Adlern und Augsburger Panthern sowie später bei den Hamburg Freezers und Nürnberg Ice Tigers. Als Trainer sammelte er danach jahrelang Erfahrung in der kanadischen Juniorenliga: seit Januar 2019 bei Owen Sound Attack und anschließend seit 2021 bis November 2025 bei Sarnia Sting, zudem stieg er beim kanadischen Verband bis zum Nationalcoach der U20 auf (2023/24). Direkt vor Salzburg hatte er ab Mitte Februar 2026 die Blue Devils Weiden in der DEL2 übernommen und dort noch den Klassenerhalt gesichert, ehe er zu den Eisbullen wechselte.

Zweite Entlassung binnen eines Jahres

Für Salzburg ist es bereits der zweite Trainerwechsel innerhalb kurzer Zeit. Die letzte Trennung von einem Cheftrainer erfolgte im April, als sich der Klub nach einer enttäuschenden Saison von Manny Viveiros trennte. Historisch betrachtet war das bislang eine absolute Ausnahme: Entlassungen während einer laufenden Saison waren bei den Eishockey-Bullen extrem selten, zuvor prägten langjährige Kontinuitäten das Bild, etwa unter Pierre Pagé oder Oliver David, der 2025 nach München wechselte. Auch bei Red Bull Salzburg im Fußball sorgen Trainerfragen immer wieder für Schlagzeilen, wenn auch aus völlig anderen sportlichen Gründen.

Wer folgt auf Letang

Der Klub hatte einen Nachfolger bereits parat, bevor die Nachricht über die Entlassung überhaupt öffentlich wurde. Wie die Bullen mitteilten, übernimmt der bisherige Trainer der Red Bull Hockey Juniors, Teemu Levijoki, das Profiteam. Ihm zur Seite steht ein Landsmann: Als Assistant Coach fungiert Ilkka Pakarinen, der ebenfalls seit mehr als vier Jahren mit den Red Bull Hockey Juniors arbeitet.

Sofortiger Einsatz schon am Mittwoch

Für Verzögerungen bleibt in der engen Terminplanung der Liga keine Zeit. Sein Debüt gibt der Finne bereits am Mittwoch im Heimspiel gegen Olimpija Ljubljana. Levijoki kennt große Teile des aktuellen Kaders aus der eigenen Nachwuchsarbeit und soll die Mannschaft möglichst schnell aus der gefährlichen Tabellenregion führen, ähnlich wie andere Trainer in Österreichs Profisport derzeit unter Beobachtung stehen, etwa im Fall von Stephan Helm bei Austria Wien.

Wie es für die Eisbullen weitergeht

Sportlich bleibt die Lage angespannt: Mit Platz 12 unter den ersten zehn Mannschaften der Liga droht Salzburg zumindest vorerst der direkte Sprung in die Pre-Playoffs zu entgehen. Der Modus der win2day ICE Hockey League sieht vor, dass sich nur die ersten sechs Teams direkt für die Viertelfinal-Playoffs qualifizieren, während die Ränge sieben bis zehn den Umweg über die Pre-Playoffs nehmen müssen.

Für Levijoki und Pakarinen beginnt die Arbeit damit unter Zeitdruck, aber mit dem Vorteil, dass sie viele Spieler bereits aus der eigenen Nachwuchsorganisation kennen. Ob der interne Trainerwechsel den erhofften Umschwung bringt, dürfte sich schon in den kommenden Wochen zeigen, wenn die Eisbullen versuchen, den Rückstand auf die Playoff-Plätze zu verkürzen.