Beim 204. Grazer Derby zwischen dem SK Sturm Graz und dem GAK ist es am Sonntagnachmittag im Stadion Liebenau zu einem Schockmoment gekommen. Sturm-Torhüter Daniil Khudyakov musste nach einer schweren Beinverletzung mit der Trage vom Spielfeld getragen werden, während das sportliche Geschehen in der prallvollen Arena für mehrere Minuten völlig in den Hintergrund rückte.

Schock in der 21. Minute: Khudyakov verletzt sich schwer

In der 21. Spielminute ging Sturm-Goalie Daniil Khudyakov nach einem Zweikampf mit GAK-Spieler Italiano zu Boden. Khudyakov wollte den Ball aus dem eigenen Strafraum lang nach vorne schlagen, während Italiano entschlossen nachsetzte, wobei sich der 22-Jährige eine schwere Beinverletzung zuzog.

Sein Bein stand sichtbar unnatürlich ab, die Spieler beider Mannschaften schlugen geschockt die Hände vors Gesicht. Während sich die medizinischen Betreuer um den verletzten Schlussmann kümmerten, stellten sich mehrere Spieler um ihren Kollegen und schirmten ihn vor den Blicken der Zuschauer ab, auch auf den Rängen wurde es still.

Sieben Minuten Behandlung, dann die Trage

Rund sieben Minuten lang wurde Khudyakov auf dem Rasen behandelt, ehe er unter dem Applaus beider Fanlager mit der Rettung abtransportiert wurde. Nach ersten Einschätzungen könnte sich der Goalie dabei sogar das Bein gebrochen haben, wobei der genaue Befund zunächst offenblieb. Wie schwer sich Khudyakov tatsächlich verletzt hat, war zunächst nicht offiziell bekannt.

Für den Torhüter war die Partie damit beendet. Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch musste reagieren und brachte in der 28. Minute Ersatztorhüter Helac ins Spiel. Besonders mitgenommen zeigte sich auch der Verursacher der Szene: TV-Bilder zeigten den Australier Italiano am Boden zerstört, Tränen liefen ihm über das Gesicht. Trotz des heftigen Zusammenpralls war es kein böses Foul, sondern die Folge einer unglücklichen Aktion.

Sturm führt zur Pause deutlich mit 3:1

Während die Sorge um Khudyakov das Spiel überschattete, lief es für Sturm sportlich glänzend. Nach dem frühen Rückstand drehte die Mannschaft von Ingolitsch die Partie noch vor der Pause.

Die Tore bis zur Halbzeit

  • 10. Minute: Christopher Cvetko (GAK)
  • 37. Minute: Luca Weinhandl (Sturm)
  • 39. Minute: Jürgen Heil (Sturm)
  • 41. Minute: Oumar Diakite (Sturm)

Ein vermeintliches 4:1 durch Quarshie nach einem Freistoß über Matoshi wurde später wegen Abseits aberkannt. So blieb es beim 3:1, und eine ereignisreiche erste Halbzeit endete mit einer klaren Pausenführung für den SK Sturm. Der endgültige Spielausgang des von der Verletzung überschatteten Derbys lag zu Redaktionsschluss noch nicht offiziell bestätigt vor.

GAK wartet weiter auf den ersten Derbysieg seit 2006

Vor der Partie sprach die jüngere Historie klar für die Grazer in Schwarz-Weiß. Acht Stadtduelle in Folge konnte Sturm zuletzt gewinnen, während der GAK seit dem 11. November 2006 auf einen Derbysieg wartet, als sich die Roten bei einem Sturm-Heimspiel mit 2:0 durchsetzten.

Ausgangslage und Trainerwort

Sturm ging als Tabellenvierter mit 14 Punkten aus acht Runden ins Stadtduell und hatte in der Admiral Bundesliga zuletzt einen 2:0-Erfolg gegen die Wiener Austria gefeiert. Auch beim GAK lief es zuletzt ordentlich: Seit Trainer Gerald Scheiblehner übernommen hat, blieben die Roten in fünf Pflichtspielen ungeschlagen und erkämpften sich zuletzt sogar ein 0:0 gegen Salzburg. Vor dem Anpfiff hatte Sturm-Coach Ingolitsch die Marschroute vorgegeben: „Es geht am Sonntag darum, dass wir als Sturm Graz gegen den GAK gewinnen wollen – gewinnen müssen.“

Wie geht es weiter für Sturm und seinen Goalie?

Für Khudyakov, der sich schon in der Saisonvorbereitung eine Verletzung zugezogen hatte, ist es der nächste herbe Rückschlag. Im Sommer hatte sich der designierte Stammtorhüter bei einem Fahrradsturz am Weg zum Training bereits eine Handgelenksverletzung zugezogen und musste damals operiert werden, ehe er sich die Nummer 1 im Tor zurückerobern konnte. Nun muss er erneut eine längere Pause befürchten, während Ersatzmann Helac vorerst zwischen den Pfosten steht.

Für Sturm geht die englische Woche weiter: Vor dem Derby war die Mannschaft international beim AFC Bournemouth gefordert, wo man sich mit 0:3 geschlagen geben musste. Rotationen und die Doppelbelastung dürften auch in den kommenden Wochen ein Thema bleiben, ähnlich wie es andere heimische Topclubs in diesen Tagen erleben, etwa beim Westderby zwischen Wacker Innsbruck und Austria Salzburg. In der Tabelle der Bundesliga bleibt es damit spannend, während andere Traditionsvereine wie bei der Austria Wien derzeit mit eigenen Problemen kämpfen. Offizielle Angaben zum genauen Ausmaß von Khudyakovs Verletzung werden in den kommenden Tagen erwartet.