Der 1. FC Union Berlin und Borussia Dortmund haben sich am Samstag, den 17. Oktober 2026, im Stadion An der Alten Försterei am 6. Spieltag der Bundesliga 0:0 getrennt. Für Schlagzeilen sorgten dabei weniger die wenigen Torchancen als eine irrtümliche Rote Karte in der Anfangsphase und eine Verletzung des jungen BVB-Talents Konstantinos Karetsas.

Nwaneris Herzschlagmoment in Sekunde 17

Was als historischer Moment der Bundesliga-Geschichte hätte gelten können, entpuppte sich als Verwechslung: Ethan Nwaneri war gegen Tom Rothe deutlich zu spät gekommen und hatte den Berliner Außenverteidiger hart gefoult, woraufhin Schiedsrichter Daniel Schlager zum Tatort sprintete und die Rote Karte zückte. Für einen kurzen Moment wäre es die schnellste Rote Karte der Bundesliga-Geschichte gewesen.

Doch Schlager winkte sofort wieder ab, da er aus Versehen die falsche Karte aus seiner Hosentasche gezogen hatte – statt Rot gab es am Ende nur Gelb. Dem jungen Dortmunder Offensivspieler blieb der Eintrag in die Geschichtsbücher damit erspart, die Szene prägte aber den Charakter der gesamten Partie.

Schreckmoment um Karetsas

Nach einer intensiven ersten Hälfte brachte Trainer Niko Kovač in der zweiten Halbzeit frische Offensivkräfte. Der kurz zuvor erst eingewechselte Konstantinos Karetsas musste jedoch nach einem Zweikampf mit Rani Khedira von zwei Betreuern gestützt das Feld verlassen. Der 18-jährige Grieche war unglücklich mit dem rechten Fuß umgeknickt.

Während Dortmund den Druck erhöht hatte, hatte der junge Grieche nur einen sehr kurzen Auftritt, ehe er sich in dem Zweikampf offenbar schwer verletzte. Wie schwerwiegend die Blessur am Sprunggelenk tatsächlich ist, war nach Spielschluss noch nicht abschließend geklärt.

Kampf ohne Tore an der Alten Försterei

Erste Halbzeit: Viele Karten, wenig Fußball

Die Partie war von Beginn an von harten Zweikämpfen geprägt. In einer intensiven Anfangsphase zeigten sich die Gäste in den Zweikämpfen robust und sammelten in den ersten 15 Minuten schon drei Gelbe Karten. Torraumszenen blieben dagegen lange Mangelware, ehe beide Mannschaften kurz vor der Pause noch einmal gefährlich wurden, ohne jedoch den Torerfolg zu erzielen.

Zweite Halbzeit: Union hält stand

Auch nach dem Wechsel änderte sich wenig am Bild der Partie. Dortmund hatte mehr Ballbesitz und die größeren Feldanteile, fand gegen die kompakte Berliner Defensive jedoch nur selten klare Wege in den Strafraum, während Union den Punkt mit hoher Intensität verteidigte und zugleich einzelne Konter setzte. Als bester Akteur der Partie wurde auf Dortmunder Seite Waldemar Anton zum Man of the Match gewählt.

Tabellenlage und Ausblick

Dortmund bleibt vorn, Union im Abstiegskampf

Trotz des Remis bleibt Borussia Dortmund vorerst an der Tabellenspitze, wenngleich der Vorsprung vor dem Abendspiel noch nicht endgültig gesichert war. Union Berlin stellte dem BVB ein Abwehrbollwerk entgegen, gegen das Dortmund nicht über ein 0:0 hinauskam – nach dem 2:2 gegen Werder Bremen in der Vorwoche ist der BVB damit weiter ohne Sieg, thront aber dennoch vorerst an der Spitze. Bereits vor dem Berlin-Gastspiel hatte der Verein Rückschläge einstecken müssen: nach der 0:1-Niederlage in der Champions League bei Bodø/Glimt hatte Trainer Kovač fünf Wechsel in der Startelf vorgenommen.

Für den 1. FC Union Berlin bleibt die Lage dennoch angespannt: Mit fünf Punkten steht der Hauptstadtklub im unteren Tabellendrittel, während Dortmund deutlich mehr Zähler gesammelt hat. Der Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten ist für die Köpenicker dennoch ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Stabilisierung nach zuletzt schwierigen Wochen.

Die nächsten Gegner

Im Kalender geht es für beide Teams zügig weiter. Der 1. FC Union Berlin tritt bereits am kommenden Samstag beim FC Augsburg an. Borussia Dortmund trifft laut aktuellem Spielplan im Anschluss auf Eintracht Frankfurt und wird dabei versuchen, nach den jüngsten Dämpfern wieder zu einem Sieg zurückzufinden.