Zwei Tore in der Schlussphase entscheiden das Duell der Freunde
Der Hamburger SV hat am Sonntag ein emotional aufgeladenes Testspiel gegen den FC Kopenhagen vor eigenem Publikum gewonnen. Der Hamburger SV hat das Freundschaftsspiel gegen den FC Kopenhagen am Sonntag (4. Oktober) mit 2:0 (0:0) gewonnen. Vor 55.067 Zuschauern im Volksparkstadion traf zunächst der eingewechselte Amoako in der 83. Minute für die Rothosen.
Den Treffer zur Führung leitete ein eingewechselter Joker ein: Der eingewechselte Kelvin Ojo flankte von rechts auf Kofi Amoako, der zur 1:0-Führung einschob (83.). Kurz vor Schluss sorgte der Kapitän für die Entscheidung: Nach einem Freistoß von Bilal Nadir reagierte Nicolai Remberg im Strafraum am schnellsten und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (90.).
Trauer vor dem Anpfiff im Volkspark
Sportlich war die Partie nur ein Nebenschauplatz, denn vor dem Anstoß stand das gemeinsame Gedenken im Mittelpunkt. Vor dem Anpfiff gedachten die Fans der HSV-Legende Peter „Eiche“ Nogly, der am 24. September im Alter von 79 Jahren verstorben ist, und einem Kopenhagener Anhänger, der kürzlich bei einem Verkehrsunfall sein Leben verlor. Vor dem Anpfiff gab es eine Gedenkminute, beide Mannschaften liefen mit Trauerflor auf.
Auch die Gästefans wurden eingebunden: Für die Kopenhagen-Fans gab es vor dem Anpfiff eine Ansprache auf Dänisch, in der noch einmal an den Verstorbenen und seine Bedeutung für Kopenhagen und die Fanfreundschaft zum HSV erinnert wurde. Beide Fanlager organisierten Sammelaktionen, außerdem gab es mehrere Banner und eine große Choreografie. Die Geste passt zu einer Verbindung, die inzwischen weit über den Sport hinausgeht: Zwischen dem HSV und dem FC Kopenhagen besteht seit den Europapokal-Duellen in der Saison 2005/06 eine Fanfreundschaft, die in den vergangenen Jahren immer intensiver geworden ist.
Der Spielverlauf: Zähes Ringen vor dem Schlussspurt
Erste Halbzeit ohne zwingende Chancen
Auf dem Rasen tat sich lange wenig. Die erste Hälfte verlief zunächst äußerst zäh. Kopenhagen hatte durch Olsen (13.) die erste große Gelegenheit, während der HSV offensiv lange kaum gefährlich wurde. Die Partie glich damit eher einem echten Bundesliga-Pflichtspiel als einem lockeren Testkick, ganz im Sinne der Vorbereitung.
Amoako und Remberg drehen auf
Nach dem Wechsel steigerte sich die Polzin-Elf spürbar. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich die Mannschaft von Merlin Polzin deutlich: Fábio Vieira zwang Kopenhagens Keeper Ramaj zu einer starken Parade (52.), später verfehlte Miro Muheim das Tor nur knapp (76.). Die Dominanz zahlte sich erst spät aus, dafür aber doppelt: Die Hamburger entschieden das Duell der über 20-jährigen Fan-Freundschaft im ausverkauften Volksparkstadion am Ende klar für sich.
Sorgen um Yussuf Poulsen
Getrübt wurde der Nachmittag durch eine Verletzung. Yussuf Poulsen musste bereits nach 20 Minuten offenbar angeschlagen vom Platz. Für den HSV kommt das zur Unzeit, denn im Angriff fehlen bereits mehrere Optionen: Sorgen bereitet allerdings Yussuf Poulsen. Der Angreifer musste bereits nach 20 Minuten angeschlagen ausgewechselt werden. Da im Sturm derzeit bereits Terem Moffi (Knieverletzung) und Patso Daka (Muskelfaserriss) fehlen, würde ein Ausfall von Poulsen den HSV hart treffen.
Was kommt nach der Länderspielpause?
Die Hamburger mussten gegen Kopenhagen ohnehin improvisieren. Die Rothosen mussten aufgrund der Länderspielperiode ohne acht Nationalspieler auskommen. Für die abwesenden Profis der Deutschen Nationalmannschaft und anderer Verbände ging es stattdessen um Einsätze in der laufenden Nations League, während der HSV seine Breite im Kader testete.
Trotz des Testspielcharakters wurde beim HSV mit großem Ernst gearbeitet: Oktober gegen Hoffenheim weitergeht, trainiert der HSV schon in dieser Woche täglich zweimal. Die Abläufe der Mannschafts- und Taktikbesprechungen sollen gegen Kopenhagen genauso aussehen wie in der Bundesliga. Nach der Länderspielpause wartet also direkt der Ernstfall, wenn die Nationalspieler zurückkehren und der Spielbetrieb in der Bundesliga wieder aufgenommen wird.
