Der FC Augsburg und der FC Bayern München haben sich am Samstag, den 10. Oktober 2026, am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga in der WWK Arena mit 2:2 (1:0) getrennt. Zum Gesprächsthema der gesamten Liga wurde die Partie jedoch schon nach wenigen Sekunden: Robin Fellhauer erzielte das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte, nachdem Bayern-Torwart Manuel Neuer bei seiner ersten Ballberührung folgenschwer patzte.
Neuers folgenschwerer Patzer binnen Sekunden
Mit dem ersten Kontakt nach dem Anstoß wollte Münchens Torhüter Neuer den Ball über den heranstürmenden Fellhauer chippen, verschätzte sich dabei aber. Das Leder flog an den Rücken des FCA-Angreifers, der daraufhin das leere Tor vor sich hatte und nach etwas mehr als acht Sekunden zum 1:0 einschob. In der WWK Arena folgte wenig später eine Durchsage über den neuen Bundesliga-Rekord, woraufhin im Stadion tosender Applaus aufbrandete.
Die bisherige Bestmarke hatte bei neun Sekunden gelegen und war von Karim Bellarabi und Kevin Volland gehalten worden. Das war in mehr als sechs Jahrzehnten Bundesliga-Historie niemandem so schnell gelungen.
Der Bock des Welttorhüters
In der Halbzeitanalyse bei Sky fiel der TV-Experte Michael Ballack ein hartes Urteil über den 40-jährigen Schlussmann. Er sprach von einem „Riesen-Bock natürlich von den Bayern in Form von Manuel Neuer“. Nach dem Gegentor hob Neuer entschuldigend die Arme. Der Fehler reiht sich ein in eine Serie von Unsicherheiten: der Gegentreffer in Augsburg reiht sich ein in eine Liste von Patzern, die dem 40-Jährigen in den letzten Monaten passierte.
Fellhauer schreibt Geschichte
Für den 28-jährigen Augsburger war der Moment emotional. Nach Abpfiff sagte er bei Sky: „Es ist unbeschreiblich, weil du Teil von etwas ganz Großem bist. Da jetzt an der Spitze zu stehen, ist ein unglaubliches Gefühl“. Er erklärte, er habe kurz überlegt, direkt zu schießen, dann aber gemerkt, dass er Zeit habe, und wegen des Risikos eines Fehlschusses noch einen Moment gewartet. Die bisherigen Rekordhalter Bellarabi und Volland gratulierten dem neuen Rekordhalter per Videobotschaft.
Zweikampf bis zum Schluss – Spielverlauf und Tabelle
Die Tore im Überblick
Für den FCA trafen Robin Fellhauer (1.) und Rodrigo Ribeiro (64.), für Bayern Ismael Saibari (55.) und Nathaniel Brown (80.). Auch beim zweiten Gegentor hatte Neuer seinen Anteil: Rodrigo Ribeiro brachte Augsburg nach einem weiteren Patzer von Manuel Neuer erneut in Führung. Den Ausgleich zum 2:2 markierte schließlich Nathaniel Brown: Kane spielte links im Strafraum einen Doppelpass mit Pavlović und legte dann perfekt quer für Brown, der aus etwa sechs Metern keinerlei Probleme mehr hatte, sein erstes Bundesligator für die Münchner zu erzielen.
Tabellensituation nach dem 5. Spieltag
Der FC Bayern bleibt nach dem 2:2 in Augsburg Zweiter und verpasst die Gelegenheit, den Dortmunder Ausrutscher vom Freitag unmittelbar zu nutzen; für die Münchner ist das Remis zugleich der erste Punktverlust der Saison. Augsburg ist Fünfter. Die Tabellenspitze bleibt damit vorerst bei Borussia Dortmund.
Wie geht es für den FC Bayern weiter?
Der erneute Patzer befeuert eine Debatte, die beim Rekordmeister ohnehin schon läuft. Manuel Neuer wird im Sommer voraussichtlich aufhören. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung hat der Rekordmeister den früheren deutschen Nationaltorwart Bernd Leno auf seiner Kandidatenliste. Als künftige Nummer eins ist dabei Jonas Urbig vorgesehen. Mehr zur Personalplanung im Bayern-Tor lässt sich im Artikel über die geplante Neuer-Nachfolge nachlesen.
Für den Rekordmeister bleibt es damit auch sportlich eng: Der Vorsprung auf die Verfolger in der Bundesliga ist nach dem Remis in Augsburg geschmolzen. Augsburg hingegen darf sich über einen weiteren Achtungserfolg gegen den großen Nachbarn aus München freuen und bleibt im oberen Tabellendrittel der FC Bayern München auf den Fersen. Fellhauers Name dürfte derweil noch lange mit dem Rekord verbunden bleiben – ein kurioser Fußnoten-Ruhm, den er einem Fehler des besten deutschen Torhüters der vergangenen Dekade verdankt.
