Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl fehlt am Montagabend, den 26. Oktober 2026, krankheitsbedingt bei der Ballon-d’Or-Gala in London - nur einen Tag, nachdem sein Team einen hochemotionalen 3:1-Sieg beim SC Freiburg eingefahren hatte. Der Grund für die Absage ist weit weniger dramatisch als die vergangenen Tage beim Rekordmeister: eine simple Erkältung.
Wie der FC Bayern offiziell mitteilte, müsse der 53-Jährige "aufgrund einer Erkältung das Bett hüten" und könne deshalb nicht mit der Münchner Delegation nach London reisen. Wie lange Eberl pausieren muss, teilten die Münchner nicht mit.
Eine beispiellos schwere Woche für den FC Bayern
Der Ausfall des Sportvorstands reiht sich ein in eine Serie schlechter Nachrichten beim Rekordmeister. Bereits am Freitag war Cheftrainer Vincent Kompany bei der Beobachtung eines Trainings der zweiten Mannschaft zusammengebrochen und musste mit einem Rettungswagen in ein Münchner Krankenhaus gebracht werden. Sein Zustand war zwar stabil, dennoch entschied der Klub, ihn vorerst aus dem Spielbetrieb zu nehmen.
Kompany hatte in den Tagen zuvor bereits mit einer Virusinfektion zu kämpfen gehabt. Eberl machte am Tag danach deutlich, dass die genaue Ursache des Zusammenbruchs weiterhin ungeklärt sei und erst weitere Untersuchungen abgeschlossen sein müssten, bevor der Klub Klarheit über die Ursache habe. Zum Spiel in Freiburg am Sonntag stand deshalb Co-Trainer Aaron Danks an der Seitenlinie.
Drei Punkte mit besonderer Bedeutung
Neben Kompany musste der FC Bayern in Freiburg auch auf Stammtorwart Manuel Neuer, Sechser Aleksandar Pavlovic sowie Offensivspieler Luis Díaz verzichten. Zusätzlich fehlte Joshua Kimmich nach einem Trauerfall im engsten Familienkreis. Trotz der personellen Ausfälle setzte sich die dezimierte Mannschaft mit 3:1 durch - ein Erfolg, bei dem auch Serge Gnabry bei seinem Comeback traf.
Emotionale Worte: „Der Sieg ist für Vinnie, für Jo“
Nach dem Abpfiff wurde deutlich, wie sehr die Ereignisse der Woche die Mannschaft und ihren Sportvorstand mitgenommen hatten. „Der Sieg ist für Vinnie, der Sieg ist für Jo, für seine Familie. Der Sieg ist für Lucho. Der Sieg ist für den FC Bayern und für diese Zusammengehörigkeit, die wir einfach jetzt brauchen“, betonte Eberl. Der Erfolg sei viel mehr wert als drei Punkte, „weil es einfach eine große Leistung ist nach dem, was wir die ganze Woche erlebt haben oder erleben mussten“, so der Sportvorstand.
Lob für Rückhalt Jonas Urbig
Besondere Anerkennung erhielt Ersatztorhüter Jonas Urbig, der für den fehlenden Neuer zwischen die Pfosten rückte und mit starken Paraden den Sieg festhielt. „Jonas, haben wir immer gesagt, das ist einer, den kannst du reinschmeißen, der steht und der bringt seine Leistung“, meinte der Münchner Sportboss. Urbig selbst sprach nach dem Spiel von einem Ende einer außergewöhnlich belastenden Woche, die das Team sowohl körperlich als auch mental gefordert habe.
Eberl selbst erkrankt – Ballon d’Or ohne Bayern-Boss
Nur wenige Stunden nach diesen bewegenden Szenen folgte am Montag die nächste Hiobsbotschaft: Nun erwischte es Eberl selbst. Während eine Münchner Delegation samt Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz und Dayot Upamecano per Privatjet nach London zur Ballon-d’Or-Verleihung aufbrach, musste der Sportvorstand zuhause bleiben.
Der Rekordmeister ist bei der Gala in London prominent vertreten: Neben den nominierten Spielern ist der FC Bayern auch in der Kategorie „Klub des Jahres“ sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen nominiert. Eberl selbst muss die Verleihung nun jedoch vom Krankenbett aus verfolgen.
Wie geht es bei Bayern weiter?
Für Kompany soll es nach Eberls Worten in der Genesung keine Abkürzungen geben. Bei einem Besuch im Krankenhaus zeigte sich der Trainer zwar stabil, dennoch stellte Eberl klar: "Wir werden nicht von Tagen reden, wir werden von Wochen reden. Das muss uns allen klar sein", gab er einen Ausblick auf den Genesungsprozess des Belgiers. Bis zur Rückkehr des Trainers an die Seitenlinie wird Co-Trainer Aaron Danks die Mannschaft weiter betreuen, nachdem Kompany ihm nach dem Sieg in Freiburg bereits eine Nachricht aus dem Krankenbett geschickt hatte.
Für den FC Bayern, der in dieser Saison weiterhin um die Tabellenspitze der Bundesliga mitspielt, bleibt die Personalsituation damit angespannt. Ob Eberl bereits zum nächsten Pflichtspiel wieder im Amt ist, war am Montag noch offen.
