Die französische Freeride-Skifahrerin Juliette Willmann ist am Dienstag im Alter von 29 Jahren bei einer Lawine in der argentinischen Provinz Santa Cruz ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Cerro Crestón nahe El Chaltén in Patagonien, wie mehrere Medien unter Berufung auf den französischen Skiverband FFS berichten. Willmann war zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bergführer Pierre-Idris Mehdi, auf einer Skitour unterwegs, als die Schneemassen abgingen.
Wie genau kam es zu dem Unglück am Cerro Crestón?
Das Unglück ereignete sich am Dienstagmittag im Gebiet des Cerro Crestón nördlich von El Chaltén in der argentinischen Provinz Santa Cruz. Nach Angaben des Sicherheitsministeriums von Santa Cruz ging gegen 12.45 Uhr über eine Notfunkbake eine Meldung über eine Lawine ein. Nach Angaben der Behörden war die Lawine durch einen Bruch einer Schneebrettschicht ausgelöst worden. Willmann und ihr Begleiter wurden nach übereinstimmenden Medienberichten rund 400 Meter mitgerissen. Das Paar befand sich in einem schwer zugänglichen Gebiet südlich des Lago del Desierto.
Andere Skitourengeher, die sich in der Nähe befanden, begannen noch vor dem Eintreffen der offiziellen Rettungskräfte mit der Suche. Rettungskräfte der Bergrettung, der Nationalparkverwaltung und weiterer Einsatzorganisationen wurden daraufhin alarmiert. An der Suche beteiligten sich nach Berichten auch spezialisierte Einheiten der argentinischen Gendarmerie sowie medizinisches Personal.
Was ist über den Gesundheitszustand von Willmanns Ehemann bekannt?
Willmann wurde Berichten zufolge etwa eineinhalb Meter tief verschüttet gefunden. Reanimationsversuche vor Ort konnten ihr Leben nicht mehr retten, die Rettungskräfte stellten ihren Tod fest. Ihr Ehemann Pierre-Idris Mehdi, ebenfalls als Bergführer in Chamonix tätig, überlebte das Unglück, wurde jedoch verletzt und musste medizinisch versorgt werden.
Der Präsident der Bergführer-Gesellschaft von Chamonix, Olivier Greber, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Tod der Sportlerin und beschrieb sie als eine Profi-Skifahrerin, die eng mit dem lokalen Bergsportleben verbunden gewesen sei. Nach übereinstimmenden Berichten waren Willmann und Mehdi erst kurz zuvor Ehepartner geworden.
Wer war Juliette Willmann?
Die aus einer skisportlich geprägten Familie stammende Athletin war zuletzt vor allem im Freeride-Skisport aktiv. Sie gewann 2018 den Freeride World Qualifier und nahm anschließend mehrere Jahre am Freeride World Tour teil, auf dem sie 2021 den vierten Gesamtrang belegte. Zuvor war sie im alpinen Skirennsport unterwegs gewesen, bevor sie in die Freeride-Szene wechselte und sich später zunehmend der Bergführerei und dem Skitourengehen widmete.
Ihr Vater Philippe Willmann war früher Trainer der französischen Frauen-Nationalmannschaft im alpinen Skisport, ihre Schwester Alison ebenfalls Mitglied der französischen Nationalteams. Die Familie war in der französischen Ski-Szene entsprechend bekannt, was die Anteilnahme nach Bekanntwerden des Unglücks zusätzlich verstärkte.
Wie reagiert der Skisport auf den Tod der Freeriderin?
Der französische Skiverband FFS bestätigte den Tod Willmanns am Mittwoch nach dem Unglück und würdigte ihre langjährige Karriere im Spitzensport. Auch aus der internationalen Freeride-Szene kamen zahlreiche Reaktionen von Athletinnen und Athleten, die ihre Trauer öffentlich machten. Die genauen Umstände der Lawine werden derzeit von den zuständigen argentinischen Behörden weiter untersucht.
Tragische Vorfälle im alpinen Umfeld sorgen immer wieder für große mediale Anteilnahme, unabhängig von der jeweiligen Sportart. Wer sich für weitere Entwicklungen rund um Wintersport-Themen interessiert, findet etwa auch Hintergründe zu personellen Fragen in anderen Sportarten, wie zuletzt bei der Torwart-Nachfolge beim FC Bayern oder bei Diskussionen rund um ein mögliches Comeback eines früheren Bundestrainers, die aktuell ebenfalls viel Aufmerksamkeit erhalten.
