Der FC Bayern München hat am 5. Spieltag der deutschen Bundesliga beim FC Augsburg nur ein 2:2 geholt und damit den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Austragungsort war die WWK Arena in Augsburg, wo der FCA den Rekordmeister mit einem historischen Blitztor schockte, ehe sich die Münchner zweimal zurückkämpfen mussten.
Schockstart in der WWK Arena
Nach knapp acht Sekunden traf Fellhauer nach einem kapitalen Patzer von Manuel Neuer zur Augsburger Führung. Noch bevor sich viele Fans auf ihren Plätzen gesetzt hatten, stand es 1:0 für die Gastgeber.
Der FC Bayern hat mit Mühe die erste Saisonniederlage abgewendet, den Sprung an die Tabellenspitze aber auch aufgrund eines Rekordtors verpasst und musste sich am bayerischen Derby beim FC Augsburg nach einem zweimaligen Rückstand mit einem 2:2 begnügen.
Der Rekordpatzer von Manuel Neuer
Acht Sekunden, die Geschichte schreiben
Bayern hatte den Anstoß direkt zurück zu Neuer gespielt, der von Fellhauer angelaufen wurde. Der Torwart-Routinier versuchte den Ball über den Augsburger zu chippen, traf Fellhauer aber am Rücken. Dieser konnte dann allein auf das leere Tor zulaufen und zum 1:0 vollenden. Die Bundesliga und der Datendienstleister Sportec Solutions meldeten die Rekordzeit von acht Sekunden, handgestoppt waren es 8,4 Sekunden.
Den bisherigen Rekord hatten Karim Bellarabi und Kevin Volland mit jeweils neun Sekunden gehalten. 30.660 Zuschauer feierten den historischen Treffer, während Neuer seine Entschuldigungsgeste zeigte.
Zweiter Aussetzer öffnet Ribeiro die Tür
Bayern kämpfte sich zurück: Ismaël Saibari glich für die Bayern in der 55. Minute aus. Doch die Freude währte nicht lange, denn Rodrigo Ribeiro brachte Augsburg nach einem weiteren Patzer von Manuel Neuer in der 64. Minute erneut in Führung.
VAR-Drama: Mehrere Tore wegen Abseits gestrichen
Die Münchner Dominanz schlug sich kaum in Toren nieder. Vor der Pause vergaben die Münchner bereits eine Großchance, als Kane nur die Latte traf. Später wurde es noch bitterer für den Rekordmeister.
Manuel Neuer fing sich zwar das schnellste Bundesliga-Gegentor der Geschichte ein, doch auch Münchner und VAR wurden an diesem Nachmittag keine Freunde: Gleich vier Treffer wurden wegen Abseits zurückgenommen. Unter anderem kassierte Schiedsrichter Sven Jablonski noch zwei weitere Münchner Abseitstore von Serge Gnabry (73.) und Diaz (75.), die laut Experten unumstritten waren.
Den Ausgleich zum 2:2 markierte schließlich Nathaniel Brown nach einer weiteren Kane-Vorlage regulär in der 80. Minute. Serge Gnabry traf danach noch den Pfosten, doch Augsburg verteidigte den Punkt bis zum Schlusspfiff.
Österreichische Spuren im Spiel
Für österreichische Fans hatte die Partie gleich zwei persönliche Nebengeschichten. Nicht am Platz stand Konrad Laimer, weil der Bayern-Allrounder Vater geworden ist. Der ÖFB-Nationalspieler verpasste damit das turbulente Remis seiner Mannschaft aus familiären Gründen.
Auf der Gegenseite durfte sich ein weiterer ÖFB-Akteur zeigen: Sein ÖFB-Teamkollege Michael Gregoritsch wurde bei Augsburg im Finish eingewechselt. Für die Fuggerstädter, die im Herbst immer wieder für Überraschungen gegen die Bayern gut sind, war es ein weiterer Achtungserfolg gegen den Rekordmeister.
Was kommt als Nächstes?
Der turbulente Nachmittag von Augsburg reiht sich in eine Serie von couragierten Auftritten des FCA gegen den FC Bayern ein. Für die Münchner bedeutet das Remis vor allem eines: Trotz des Patzers von Neuer bleibt die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany in dieser Saison weiterhin ungeschlagen, verspielte aber die Gelegenheit, sich vorzeitig an die Tabellenspitze zu setzen.
Für Augsburg wiederum ist der Punktgewinn gegen den Branchenprimus ein weiterer Baustein im Saisonziel Klassenerhalt. Beide Teams richten den Blick nun auf die kommenden Spieltage der deutschen Bundesliga, in denen sich zeigen wird, ob Neuers Doppel-Patzer ein Ausreißer bleibt oder Bayern weiter verfolgt.
